Wanderwoche in der Hohen Tatra

Hohe TatraWanderungen und Bergtouren in der Hohen Tatra, Slowakei.

Das kleinste Hochgebirge der Welt, die Hohe Tatra war das Ziel von 13 Bergfreunden des Alpenvereins Passau. Wir starteten am Samstag, 8. August 2015 in Passau zu unserer Tatra-Wanderwoche unter der Leitung von Tourenführer Franz Uhrmann. Die 750km lange Anreise mit dem Auto ging über Wien, Bratislava und die Niedere Tatra nach Starý Smokovec (1010m) am Fuß der Hohen Tatra.

Die Hohe Tatra ist der höchste Teil der Karpaten und gehört zu zwei Dritteln zur Slowakei und zu einem Drittel zu Polen. Der Hauptkamm dieses Gebirges ist nur 26 Kilometer lang. Über 20 Berge erreichen eine Höhe von 2500m, der höchste ist der Gerlachovský štít (dt. Gerlsdorfer Spitze) mit 2655m. Zu den Naturschönheiten zählen u.a. die zahlreichen Gletscherseen. Erwähnenswert ist auch, die Hohe Tatra ist das einzige europäische Gebirgsmassiv in dem die Berghütten ausschließlich mit "menschlichen" Trägern versorgt werden.

Die erste Wanderung führte uns bei bestem Wetter von der Tatrabahn-Haltestelle Popradske pleso (1250m) zum gleichnamigen See und einem symbolischen Bergsteigerfriedhof. Auf einem Bergpfad stiegen wir weiter hoch zum größten und mit 53m Wassertiefe auch tiefsten Gebirgssee der Slowakei, dem Veľké Hincovo pleso (dt. Großer Hinzensee, 1946m), danach auf Steigspuren dem markanten Gipfel des 2367m hohen Kôprovský štít entgegen. (Tourenkarte Kôprovský štít)


Der Ausgangspunkt der 2. Tour war die Bergstation der Seilbahn am Hrebienok (1270m), von dort ging es über das Veľká Studená dolina (dt. Großes Kohlbachtal) hoch zur 1960m gelegenen Zbojnícka chata (Räuberhütte). Anschließend kletterten wir über die anspruchsvollen Bergsättel Prielom und Polsky Hebren und danach weiter zum Gipfel des 2429m hohen Východná Vysoká, hier genossen wir eine wunderschöne Aussicht auf die Hohe Tatra. Über das Berghotel Sliezsky Dom wanderten wir zurück zu unserer Unterkunft in Starý Smokovec. (Tourenkarte Východná Vysoká)


Nach den zwei anstrengenden Touren erholten wir uns am Dienstag bei einer lustigen und abenteuerlichen Floßfahrt auf dem Dunajec, einem Grenzfluss zu Polen. Nachmittags war „etwas Kultur angesagt“ – die historische Artikularkirche in Kesmark, ganz aus Holz und ohne Nägel erbaut. Die Kirche ist Teil des UNESCO-Welterbes.

Am 4. Tag wanderten wir, immer noch bei herrlichstem Sonnenschein über das Malá Studená dolina (dt. Kleines Kohlbachtal) hinauf zur Berghütte Téryho chata (2015m) am Päť Spišských plies (dt. Fünf Zipser Seen). Nach einer Stärkung kletterten wir auf einem kurzen aber „knackigen“ Klettersteig zum Priecne sedlo (dt. Prinzensattel, 2352m). Der Abstieg nach Starý Smokovec erfolgte übers Nachbartal Veľká Studená dolina. (Tourenkarte Priecne sedlo)


Tags darauf ging es zur Abwechslung einmal unter die Erde, in die Eishöhle Dobšinská ľadová jaskyňa, bei Stratena (dt. Dobschauer Eishöhle), eine der größten und interessantesten Eishöhlen Europas. Der Nachmittag gehörte dem wunderschönen „Slowakischen Paradies“ mit einer abenteuerlichen Wanderung durch die Schluchten des Hornad Flusses.

Freitag folgte eine Genusstour von Lomnica aus auf den Veľká Svišťovka (2038m). Am Gipfel hatten wir einen großartigen Panoramablick auf Steilwände, Bergseen und Latschenwälder der Hohen Tatra. Danach stiegen wir steil hinab zur Chata pri Zelenom plese (dt. Hütte beim Grünen See, 1551m), wanderten durch Latschenfelder zu den beiden Seen Vel’ke Trojrohe pleso (dt. Großer Dreieckiger See) und Vel’ke Biele pleso (dt. Großer Weißer See) und von da ins Tal nach Lomnika zurück. (Tourenkarte Vel’ke Biele pleso)


Die letzte Tour unserer Wanderwoche sollte uns noch über den Bergsee Jamské pleso auf den 2494m hohen Kriváň (dt. Krummhorn) führen. Ein aufziehendes, schweres Gewitter zwang uns vorm Gipfel zum Abstieg ins Tal, das wir alle vollkommen durchnässt erreichten, was aber der guten Stimmung in unserer Gruppe keinen Abbruch tat. (Tourenkarte Kriváň)

Auf unserer Rückfahrt am Sonntag besuchten wir noch Bratislava (Preßburg), die Hauptstadt der Slowakei. Eine geführte Stadtbesichtigung war der Abschluss einer schönen und beeindruckenden Tatra-Wanderwoche.


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