Sonnwendsteine, Heidensteine – Mythische Felsen

SonnwendsteineGrenzüberschreitende Rundwanderung im tschechischen Nationalpark Sumava zu den sagenumwobenen Sonnwendsteinen, auch Heidensteine genannt. Rückweg über die Grenze/Marchhäuser und Mitterfirmiansreut – 17km.

Ausgangspunkt dieser Rundwanderung ist der Kranitzweg in HinterfirmiansreutAm Ende der Straße folgt man dem Wanderweg und erreicht bereits nach 200m die Landesgrenze zu Tschechien. Hier gehen wir geradeaus weiter und nach weiteren 500m treffen wir auf eine Weggabelung. Wir zweigen hier rechts ab, es geht zunächst leicht bergab über die Fluren des ehem. böhmischen Dorfes Unterlichtbuchet. Nach Überquerung des Kesselbaches steigt der Weg wieder leicht an und führt uns an den verfallenen Hofstellen und Marterln von Unterlichtbuchet vorbei bis hinauf nach Oberlichtbuchet. Hier befindet sich neben dem kreuzenden Hauptwanderweg die große Ruine des Schulhauses von Oberlichtbuchet, dazu informiert auch eine Schautafel.

Das Holzhauerdorf Oberlichtbuchet (tschechisch Horní Světlé Hory) wurde am Ende des 18. Jahrhunderts gegründet. Nach und nach wurden 95 Häuser von 600 Menschen bewohnt. Es gab 3 Gasthäuser und 3 Geschäfte, eine Käserei, einen Tischler, einen Wagner, zwei Mühlen, zwei Sägewerke und drei Kapellen. 
 Das Dorf wurde nach der Vertreibung, Ende des 2. Weltkrieges eingeebnet, es blieben nur noch die Überreste der Grundmauern, und der Steinterrassen übrig. Zu sehen ist heute auch noch die Ruine des 1798 erbauten und 1910 renovierten Schulhauses.

Am Hauptwanderweg zweigen wir zunächst links, Ri. Josefstal ab, etwa 500m weiter auf einer leichten Bergkuppe (s. a. Variante) biegen wir rechts in einen Waldweg ein und nach weiteren 200m erreichen wir hier eine Wegkreuzung. Diese Kreuzung überqueren wir und folgen einem breiteren Weg bergwärts, er führt vorbei an der ehem. Hofstelle des Irglbauers und danach etwas links über eine Wiese den Waldrand entlang. Auf einem kurzen Stück Waldweg erreichen wir schließlich die Sonnwendsteine bzw. Heidensteine (1060Hm), die sich etwa 800m oberhalb der Wegkreuzung befinden.

Am bewaldeten Bergkamm Homole westlich von Strážný oberhalb des ehemaligen Dorfes Oberlichtbuchet befindet sich eine Felsformation, an der sich schon seit ewigen Zeiten zwei künstlich errichtete Stein-Brocken befinden. Die Deutschen nannten sie Heidensteine oder auch Heidenmichel. Der Krumauer Forscher Schefczik behauptet, dass es sich bei dem Menehir-Paar um "Wesire" zur Sommer-Sonnenwende-Beobachtung handelt, deshalb auch der Name Sonnwendsteine.

Wir gehen wieder zurück bis zur Wegkreuzung und wandern links eine Forststraße etwa 600m bergab bis zum Hauptwanderweg nach Strazny.
Hier halten wir uns wieder links, und folgen nun dem Weg nach Osten, Ri. Strazny. Dieser verläuft immer dem Tal des Wolfaubaches (Grasige Moldau) entlang, es geht vorbei an alten Fluren, Steinterrassen und verfallenen Hofstellen. Nach 3,5km zweigen wir an einer Gabelung rechts Ri. Philipsreut ab und erreichen nach weiteren 2km den Grenzübergang an der B12 bei Marchhäuser (Verpflegungsmöglichkeit).

Die Grasige Moldau (tschechisch Řasnice) ist ein Zufluss der Warmen Moldau in Tschechien. Früher hatte der Bach keine einheitliche Bezeichnung. Aus dem Zusammenfluss des Kesselbaches und des Schmelzbaches entstand in Unterlichtbuchet der Wolfaubach, der gelegentlich auch Schweizerbach genannt wurde. Als Grasige Moldau wurde der Unterlauf nach dem Zusammenfluss des Wolfaubaches mit dem Schlösselbach bezeichnet.

Am Mobilfunkturm vorbei wandern wir nun nach Westen, Ri. Mitterfirmiansreut. Die alte Grenzstraße führt zunächst am Waldrand entlang, südlich begrenzt v. alten Fluren die heute als Weiden genutzt werden.
Nach 2,5km hat man die Möglichkeit an einer Beschilderung links nach Vorder- Mitterfirmiansreut abzuzweigen, wir haben eine kürzere Variante gewählt, sind noch ca. 750m weiter und hier links in einen Waldweg eingebogen, auf diesem haben wir leicht bergauf, nach 40m die Landesgrenze erreicht. Dem Grenzsteig folgt man etwa 200m nach rechts und biegt in einer Senke links wieder in einen Waldweg ein, dieser führt zur Hausstadlermühle.

An der Hausstadlermühle folgt man nun immer der Beschilderung nach Mitterfirmiansreut, es geht etwas bergauf bis man die Trasse des Kißlingerliftes unterhalb von Mitterfirmiansreut kreuzt. Ab hier kann man dem Weg weiter und dann der Beschilderung zurück bis nach Hinterfirmiansreut folgen. Alternativ kann man auch auf dem Grenzsteig zurückgehen, hierzu folgt man ca. 70m nach der Lifttrasse scharf rechts einem Waldweg bergab bis zur Landesgrenze, ab hier wandert man immer geradeaus, dem Grenzsteig entlang bis zum Ausgangspunkt zurück.


Kürzere Variante – Wie oben beschrieben, zu den Sonnwendsteinen und dann über Josefstal wieder zurück – 8km

Alternativ zu der hier beschriebenen langen Runde kann man den Rückweg von den Sonnwendsteinen verkürzen. Von den Sonnwendsteinen folgt man hierzu dem Hinweg wieder bergab bis zur o.g. Bergkuppe am Hauptwanderweg und zweigt hier rechts, nördlich nach Josefstal ab. An zwei folgenden, beschilderten Wegabzweigungen bei Josefstal hält man sich jeweils links. Man wandert jetzt in einer Schleife über die ehem. böhmischen Dörfer Josefstal (Josefov) und Unterlichtbuchet (Dolni Svetle Hory) wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Hinterfirmiansreut. Die Gesamtlänge dieser Variante beträgt 8 km.

Schwierigkeit (Gelände, Orientierung)

Tourenkarte – 17 km
Tourenkarte Variante – 8 km
GPS-Track (gpx)