Perlesreuter Schmalzler – Alte Emailschilder

Perlesreuter Schmalzler – Emaille-Reklameschild der Schnupftabakfabrik Bogenstätter aus Perlesreut/Grafenau im Bayerischen Wald. Auf dem Emailschild ist ein Schnupftabakreiber auf einem Reibschemel, mit Reibscherm und Reibholz zu sehen. Die Firma Bogenstätter stellte die bekannte Schnupftabaksorte „Perlesreuter Schmalzler“ her.

„Erste Perlesreuter Schmalzlerfabrik“
„A. Bogenstätter, Perlesreut i/ Bayr. Wald u. Zweigfabrik Grafenau“

„Perlesreuter Schmalzler, Sorten: 0,00 und Fresko“
„Pyro-Email  Boos&Hahn Ortenberg-Baden“

Hergestellt wurde das Emailleschild in den Jahren zwischen 1920 und 1925. Die Maße sind 40 x 60 cm, das Schild ist gewölbt, schabloniert und lithographiert. Der Hersteller ist Pyro-Email, Boos u. Hahn, Ortenberg-Baden (Zustand 0).

Über die Schmalzlerfabrik Bogenstätter – Im Jahr 1893 gründete der Uhrmachermeister Anton Bogenstätter in Perlesreut (Bayerischer Wald) die erste Schnupftabakfabrik. Der Tabak kam aus Brasilien und wurde über Portugal, eingenäht in Rinderhäuten nach Bayern geliefert. In der Fabrik wurde der Brasil-Tabak zerkleinert, getrocknet und anschließend mit Schmalz in einem Mörser zum „Perlesreuter Schmalzler“ verrieben.

Die Reibemaschinen der Schnupftabakfabrik in Perlesreut wurden bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs mit einer Dieselmotoranlage betrieben, die gleichzeitig den Ort mit Strom versorgte. Mit der Verknappung von Rohöl während der Kriegsjahre wurde 1915 eine Zweigfabrik in Grafenau eröffnet, diese wurde mit Wasserkraft betrieben. Im Jahr 1917 wurde die gesamte Schnupftabakproduktion von Perlesreut nach Grafenau verlegt, der Markenname „Perlesreuter Schmalzler“ blieb unverändert.

Die Landshuter Schnupftabakfirma Pöschl kaufte 1957 die Firma Bogenstätter und deren Schnupftabakrezepte auf, die Produktion in Grafenau wurde aber noch unter dem gleichen Namen weitergeführt. Im Jahr 1974 wurde auch die Fabrik in Grafenau entgültig stillgelegt.
Der „Perlesreuter Waldler Fresko“ wird bis heute von Pöschl-Tabak mit der original Rezeptur hergestellt und vermarktet.

Altes Video: Maschinelle Schmalzler-Schnupftabakherstellung

Ein Bericht des Grafenauer Anzeigers von 31.10.1913: "Am Montag nachmittag 4 Uhr ereignete sich im Fabrikgebäude des Tabakfabrikanten Bogenstätter ein besonderer Vorfall. Der von demselben eingesetzte Rohölmotor wurde infolge der Kraft, die derselbe zu leisten hatte, zerrissen. Sämtliche Teile wurden aus den Fugen geworfen, zertrümmert, verbogen und auch sonstiger Schaden an Boden und Mauerwerk angerichtet. der Schaden ist umso größer, nachdem eine längere Zeit erforderlich ist, um denselben zu beheben, der sich annähernd auf 10000 Mark beziffert. Zwar hat jetzt der 2. Rohölmotor die Last zu bewältigen und so ist es fraglich, ob der Inhaber den Anforderungen gerecht werden kann. So viel man hört, will Bogenstätter ein zweites Werk erbauen in der Nähe einer größeren Wasserkraft, um den Bestellungen zu genügen."

Overstolz vom Rhein – Ein sehr schönes, vom Schweizer Künstler Alois Carigiet gestaltetes Emailschild, das als Motiv einen rauchenden Ritter auf leuchtend rotem Grund darstellt.
Overstolz ist eine Zigarettenmarke der ehemaligen Kölner Zigarettenfirma Haus Neuerburg. Die Marke wurde nach dem alten Kölner Patriziergeschlecht der Overstolzen benannt.
Die filterlosen Overstolz-Zigaretten war gleichzeitig Hausmarke und Markenzeichen unseres früheren Ringelaier Hochwürdens Josef E.

„Overstolz vom Rhein“
Köln Trier Baden“

Herstgestellt wurde der „Rauchende Ritter“ um 1950, die Maße sind 38 x 58 cm, das Schild ist abgekantet, schabloniert und umgedruckt, signiert ist es mit A. C.  (Alois Carigiet). Das Schild hat keine Herstellersignatur es wurde aber vermutlich von Ferro-Email, C. R. Dold, Offenburg gefertigt (Zustand 0).


Das Emailschild „Frisches Bier“, auch als „Blaues Medallion“ oder „Blaues Oval“ bezeichnet.
In  den 50’ger Jahren startete der Deutsche Brauer-Bund eine groß angelegte Werbekamagne für Bier. Das bekannteste Wahrzeichen dieser Werbeaktion ist und bleibt das von Heinz Fehling kreierte „Blaue Medaillon“, das ein einfaches Glas Bier mit dem Schriftzug „frisches Bier“ auf blauem Hintergrund zeigt und bis heute geradezu zum Symbol der Biergemeinschaftswerbung geworden ist.
Das gewölbte, ovale „Blaue Medallion“ gibt es sowohl in Email als auch in Blech. In einer zeitgleichen Variante wurde außerdem für „kühles Bier“ geworben.

„frisches Bier“
„Titan-Email  Münchner Emallierwerk

Hergestellt wurde das „Blaue Medallion“ in den 50’ger Jahren, die Maße dieses Emailschildes sind 42 x 58 cm. Das Schild ist lithographiert und schabloniert, es ist dick gewölbt, sehr farbintensiv und glänzend. Der Hersteller ist Titan-Email, Franz Herb – Münchener Emaillier-und Stanzwerke (Zustand 0).

Zustandsbeschreibung / Klassifizierung für Emailschilder
0 = Makelloses Schild, ohne sichtbare Beschädigungen
1 = Leichte Gebrauchsspuren, bis auf kleine Rand- bzw. Randlochbeschädigungen einwandfreier Zustand
2 = Etwas stärkere Gebrauchsspuren, guter Allgemeinzustand, kleinere Abplatzer, Kratzspuren oder leichte matte Stellen
3 = Mittlere Randschäden und Abplatzer, auch im Motiv, Ausrisse, Ausbleichungen
4 = Größere Schäden und Abplatzer, verteilt im Motiv, Ausrisse, Ausbleichungen, Grobkratzer (stört den Gesamteindruck)
5 = Umfangreiche Restauration notwendig, das Schild hat viele größere Abplatzer, Ausrisse, Durchrostungen ...