Osser Südgrat – Einsamer, felsiger Kletterpfad

Osser SüdgratRundwanderung auf dem unbeschilderten, felsigen Osser Südgrat zum Kleinen Osser (1266m) und über den Großen Osser (1293m) wieder zurück nach Lohberg – 8km.

Ein Teilstück dieser Wanderung führt über den felsigen Osser Südgrat, dieser Pfad ist nicht beschildert, er ist tlw. mit Steinmanderln und blauen Markierungspunkten auf den Felsen gekennzeichnet. Das Gelände ist hier tlw. steil, mit leichten, ungesicherten Kletterstellen (Klettergrad 1) in schönem, griffigem Fels – Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich.

"Im Italienischen gibt es das Wort "Direttissima" für den direktesten Aufstieg auf einen Berg. Auch der Kleine Osser hat so einen Aufstieg. Er ist alpin steil und hat weder Weg noch Markierung, aber er ist aufregend schön."
(Zitat des Waldgehers Friedl Thorward aus seinem Buch "Auf einsamen Bergpfaden" von 1982)

Ausgangspunkt ist der Osserparkplatz in Lohberg – Von Bayer. Eisenstein kommend, beim Ortsschild Lohberg scharf rechts in den Sesselweg einbiegen und der Beschilderung „Osserparkplatz“ etwa 400m bergauf folgen.

Vom Osserparkplatz wandert man zunächst auf dem beschilderten Wanderweg „Lo1/Lo2“ in Richtung Großer Osser. Nach 700m quert der Wanderweg eine Forststraße, nach weiteren 600m erreicht man eine weitere Forststraße, hier verlässt man den markierten Wanderweg und folgt einem einmündenden Forstweg, links bergwärts (weiße Schranke).
900m weiter macht diese Sandstraße eine Rechtskehre und man hat hier einen ersten Blick auf den Kleinen Osser und den Südgrat. Am Kurvenausgang verlässt man die Forststraße und geht geradeaus, Ri. Kleiner Osser, auf einem Holzrückeweg leicht bergauf weiter. Man kreuzt hier den beschilderten Wanderweg „Silbersbach-Osser“. Nach etwa 120m macht der Rückeweg einen kleinen Rechtsbogen und gleich darauf führt er links bergauf. An dieser Stelle befindet sich ein Steinmanderl, dieses markiert den Einstieg zum Osser-Südgrat.

Am Steinmanderl verlässt man den Rückeweg und folgt rechts den erkennbaren Steigspuren bergwärts weiter. Zu Beginn kann man sich auch an den weißen Baumringen, die den Forstabschnitt Ri. Kleiner Osser markieren orientieren. Das Terrain wird zunehmend felsiger, zunächst weisen noch einige kleine Steinmanderl den Pfad. Später folgt man den blauen Felsmarkierungen, die den Weg durch die Felsen bis zum Gipfel vorgeben, man sollte hier tlw. etwas genauer hinsehen, da einige der Markierungen schon etwas verwittert sind.
Das felsige, baumfreie Gelände wird immer steiler, man muss nun richtig „kraxeln“, zwischendurch hat man wunderschöne, freie Aussichten auf Arber und Lamer Winkel. Bald kann man das Gipfelkreuz des Kleinen Osser, hoch oben auf dem Gipfelfelsen erkennen, bevor man dieses erreicht muss man sich jedoch noch über mehrere steile Felsstufen hochschwingen.

"Nach Überwindung der letzten griffigen Wand stehen wir auf dem Gipfel des Kleinen Osser und fühlen die ungläubigen Blicke der "Durschnittswanderer", die auf normaler Route gekommen sind. Viele von ihnen wagen nicht einmal einen Blick dahinunter, wo wir heraufgestiegen sind."
(Zitat des Waldgehers Friedl Thorward aus seinem Buch "Auf einsamen Bergpfaden" von 1982)

Vom Gipfel des Kleinen Osser geht es nun auf normalen Wanderwegen zum Großen Osser mit Einkehrmöglichkeit im dortigen Schutzhaus. Rückweg nach Lohberg über den beschilderten Wanderweg, dieser folgt zunächst der Grenze nach Osten und führt dann nach Süden zurück zum Osserparkplatz.
Wer nach dem Großen Osser noch Lust zum „Kraxeln“ hat, kann parallel zum Wanderweg noch ein Stück auf den schroffen Grenzfelsen weiterklettern.

Schwierigkeit (Gelände, Orientierung)

Tourenkarte
GPS-Track (gpx)