Dolomiten – Klettersteigwoche in der Sella

Klettersteigwoche in den Dolomiten

Auf Spuren des Dolomitenkrieges – Via ferrata delle Trincee, Pisciadu-Klettersteig, Oskar-Schuster-Steig auf den Plattkofel (2958m), Vallon-Klettersteig zum Piz Boe (3152m), Klettersteig zur Kleinen Cirspitze (2527m).

Fünf Klettersteige bzw. Klettertouren rund um das Sella-Massiv (August 2018). Karten, Fotos, GPS-Tracks und Kurzbeschreibungen.

GPS-Übersichtskarte
Alle GPS-Tracks (gpx)


Via ferrata delle Trincee – Auf Spuren des Dolomitenkrieges am Padonkamm

Ausgangspunkt war die Porta Vescovo, zu erreichen mit der Seilbahn von Arabba aus, alternativ zu Fuß vom Fedaia-Stausee. Der Beschilderung Rif. Passo Padon folgen, nach etwa 20 Min. erreicht man am Fuß der ersten Kammspitze den Einstieg zum Klettersteig (GPS-Track). Die Schwierigkeit ist hier D/E, senkrecht, trittlos. Wir ließen diese erste, sehr schwierige, zeitaufwändige Felsspitze aus und erreichten über einen steilen Serpentinensteig die darauffolgende Gratsenke, an der wir unterhalb des Ostgipfels einstiegen.
Der Klettersteig führt hier durch Reste der Kaiserjägerstellungen des Dolomitenkrieges, auf einem schmalen Sims den hohen Felswänden entlang und schließlich ca. 30m senkrecht hinab, tlw. leicht überhängend (C,D). Hat man die zweite Gratspitze überwunden schlängelt sich ein Kammsteig mit einigen Klettersteigpassagen (B) über bzw. durch die Felsen (Tunnel) des Padonkammes. Am Ausstieg des zweiten, etwa 300m langen Tunnels führt ein Steig hinunter zur Passo-Padon-Hütte.
Rückweg über den beschilderten Bergpfad unterhalb des Padon-Kamms zur Porta Vescovo (Seilbahn n. Arabba). Für die Tunnels werden Stirnlampen benötigt.

Schwierigkeit: B,C (Alternativ mit 1. Abschnitt auch D,E)
Gesamtgehzeit: 4:45 Std
GPS-Karte
GPS-Track (gpx)


Pisciadu-Klettersteig – Der immer überlaufene Klassiker

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Talstation der Materialseilbahn zur Pisciadu-Hütte, etwa 2km unterhalb des Grödnerjoches. Der Zustieg zum Klettersteig ist beschildert, man muss zunächst eine steile, etwa 40m hohe Felswand überwinden bevor man nach weiteren 500m Fußmarsch den eigentlichen Klettersteig-Einstieg erreicht.
Gut befestigte Drahtseile führen durch das immer steiler werdende Felsgelände. Ein Zwischenausstieg befindet sich am Fuß des Exnerturms. Drahtseile, Eisenklammern und eine kurze Leiter leiten im Steilfels den Exnerturm hinauf zu einer Hängebrücke, die gleichzeitig der Endpunkt des Pisciadu-Klettersteiges ist.
Ab hier führt ein Felspfad weiter zur Pisciadu-Hütte, und ein weiterer markierter und tlw. seilgesicherter Alpinsteig führt durchs Val Setus hinunter zum Parkplatz am Grödnerjoch.

Schwierigkeit: C
Gesamtgehzeit: 4 Std
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GPS-Track (gpx)


Piz Boé (3152m) via Vallon-Klettersteig – Abseits vom Trubel zum höchsten Sella-Gipfel

Klettersteig in Kombination mit einer Wandertour auf den Piz Boé (3152 m). Ausgangspunkt war die Liftstation Boe-Vallon, zu erreichen mit Seilbahn und Sessellift von Corvara aus. Man wandert zunächst etwas bergab und folgt der Beschilderung „Roda de Valun“. Ein Geröllpfad führt ans hintere Ende des Vallon-Tales mit dem unübersehbaren Wasserfall. Der Klettersteig führt hier über Schuttbänder und gestufte Felsen aufwärts zu einer Rinne am Wasserfall. Über eine Hängebrücke und gleich darauf einer schwierigen, senkrechten Schlüsselstelle mit wenigen Tritten, erreicht man die Felskante und das Ende des Klettersteiges.
Nun führt ein relativ einsamer, mit Farbpunkten markierter und immer moderat ansteigender Fels- und Geröllpfad über die Eisseespitze (3009m) und die Cresta Strenta (3124m) zum 3152m hohen Piz Boe. Der Gipfel ist vom gegenüberliegenden, südwestlichen Zustieg übers Pordoijoch relativ einfach zu erreichen und deshalb oft überlaufen.
Rückweg über den beschilderten Bergpfad zur Franz-Kostner-Hütte und hier weiter zur Bergstation des Vallon-Liftes.

Schwierigkeit: B,C
Gesamtgehzeit: 4:30 Std
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GPS-Track (gpx)


Oskar-Schuster-Steig – Vom Sellajoch auf den Plattkofel (2958m)

Ausgangspunkt ist die Liftstation am Sellajochhaus. Mit der alten 2er-Gondel erreicht man die Langkofelscharte. Nun folgt ein steiler Abstieg übers Langkofelkar zur Langkofelhütte (1 Std). An der Hütte weist ein Schild ins Plattkofelkar zum „Schustersteig“. Ein Geröllsteig führt ans Karende und hier über einen steilen Geröllkegel zum Einstieg in den Oskar-Schuster-Steig. Hier steigt man zunächst ohne Seilsicherung ein Band und eine steile Rinne empor. Danach leiten Drahtseile, Trittbügel und eine kleine Leiter mal senkrecht, mal quer durch die unübersichtlichen, bizarren Felsen. Eine Madonna markiert das Ende der Seilsicherungen im oberen Steigabschnitt. Ab hier klettert man ungesichert eine steile Felsrinne bis zum Gipfel des Plattkofels hinauf (2:30 Std).
Abstieg auf einer ausgetretenen Geröllspur zum Fassajoch (2300m) mit der Plattkofelhütte (1:15 Std) und ab da, auf dem Friedrich-August-Weg zurück zum Ausgangspunkt am Sellahaus (1:45 Std).

Schwierigkeit: B,C
Gesamtgehzeit: 6:30 Std
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GPS-Track (gpx)


Zur Kleinen Cirspitze (2527m) – Kurzer aber rassiger Klettersteig

Ausgangspunkt hier ist das Grödnerjoch, man wandert auf ausgeschilderten Wegen (Kleine Cirspitze) zur Liftstation Dantercepies. Hier weiter einen grasigen, später gerölligen Rücken bis zur Mündung einer steilen Rinne hinauf. Diese Felsrinne durchsteigt man, bis man den Beginn der Seilsicherungen erreicht. Es folgt eine schöne Kletterei durch eine rund 50m hohe Steilstufe, bestens abgesichert mit einem straff gespannten Drahtseil und guten Tritten im Fels, diese endet am Gipfel der Kleinen Cirspitze.
Abstieg mit Drahtseilsicherungen über eine steile, geröllige Gratscharte, zuletzt in kleinen Serpentinen hinunter bis zu den Wanderwegen und weiter zum Grödnerjoch.

Schwierigkeit: C
Gesamtgehzeit: 2:30 Std
GPS-Karte
GPS-Track (gpx)


Tabelle der Klettersteig-Schwierigkeitsgrade (ext. Link)