Zum Mittagsberg – Über Fahnenriegel und Kiesruck

Polednik, MittagsbergGrenzüberschreitende Rundwanderung zum böhmischen Poledník (dt. Mittagsberg, 1315m) – 20km. 

Von Buchenau über Fahnenriegel, Kiesruck, Großer Hahnenbogen, Lindbergschachten, Strittiger Filz zum Aussichtsturm am Poledník. Diese Wandertour führt großteils auf unmarkierten Pfaden und Wegen über die Höhenlagen im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald (Kerngebiet, GPS).
Nicht markierte Wege, die sogenannten „sonstigen Wege und Steige“ im Kerngebiet dürfen lt. Nationalparkverordnung nur in der Zeit vom 15.07. bis 15.11. eines jeden Jahres begangen werden.

Der Waldgeher Friedl Thorward beschrieb in seinem 1982 erschienenen Buch "Auf einsamen Bergpfaden" (Tour 36) eine vergleichbare Tour über Fahnenriegel, Kiesruck, Strittiger Filz und Lindbergschachten. Er schrieb: " Ein Leckerbissen für Wanderer, die die Einsamkeit lieben und doch Entdeckerdrang in sich fühlen". Damals, im Jahr 1982, gab es jedoch noch den "Eisernen Vorhang", die Grenze war geschlossen, außerdem existierte noch ein Hochwald, bevor der Orkan "Kyrill" im Jahr 2007 die Landschaft in diesen Hochlagen veränderte. 

Zum Polednik, Mittagsberg

Tourenbeschreibung der Rundwanderung zum Mittagsberg:

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz in Buchenau (746m), man folgt zunächst der markierten NP-Wanderlinie „Kreuzspinne“ auf einer schmalen Straße nach Norden. Nach 500m weist die Beschilderung rechts in einen Waldweg, auf diesem wandert man weiter bergauf (Der untere Teil dieses Weges war 10/2019 wg. Holzarbeiten gesperrt, man muß daher auf der Straße nochmals 500m weiter und dann rechts auf einer Forststraße wieder zum NP-Wanderweg „Kreuzspinne“ zurück).

Der markierte Hangweg führt die steilen Hänge an der „Schreienden Seige“ hoch, nach 1,5km erreicht man eine querende Forststraße, hier rechts weiter, nach 60m verlässt man nun die markierte NP-Wanderlinie und geht links auf einem alten Waldweg weiter. Nach 700m erreicht man den Weitwanderweg E6 (Forststraße, NP-Radweg), man geht hier links, leicht bergab weiter, bis man nach 700m, am Beginn einer Kurve, rechts wieder in einen alten Waldweg abzweigt. Dieser Weg ist der Zustieg zum Fahnenriegel (1199m), nach 350m, an der höchsten Stelle des Weges sieht man die Felsen des Fahnenriegels, dahin führt ein mehr od. weniger erkennbarer Pfad (GPS nutzen). An den ersten großen Felsen links herum und in dann in leichter Kletterei auf den Gipfelfelsen mit einem Gedenkkreuz.

Zur nächsten Felsformation, dem ca. 600m entfernten Kiesruck (1265m) führt ein gut ausgetretener Pfad. Auch am Kiesruck klettert man hinauf zu einem Gipfelkreuz und nach dem Durchschreiten eines Felsentors geht es weiter, wieder dem gut erkennbarem Pfad folgend, bergab zum sog. „Kanapee“. Nun etwa 500m auf einer Forststraße und dann rechts auf einem alten Waldweg Ri. Großer Hahnenbogen. Der alte Stichpfad zum Hahnenbogen ist mit Totholz zugeworfen, deshalb muß man hier die 300m zu den Hahnenbogenfelsen (Gipfelkreuz) weglos gehen, evtl. auf vorhandene Trittspuren achten.

Fahnenriegel (1199m), Kiesruck (1265m) und Großer Hahnenbogen (1257m) sind eigenständige Felsformationen die sich auf einem Höhenzug im NP-Erweiterungsgebiet zwischen Großer Falkenstein und Großer Rachel befinden. Auf jedem dieser drei Felsen steht ein kleines Gipfel- bzw. Gedenkkreuz.

Nach dem Abstecher zum Großen Hahnenbogen (1257m) erreicht man den Lindbergschachten. Hier geht man bis zur Diensthütte hinunter, zweigt dort links, unbeschildert in den Pfad zum Oberen Gruftsteig ein und folgt diesem übers Strittige Filz bis zur Grenze. Am Grenzsteig rechts gehen, nach ca. 400m, am Grenzstein 16 macht die Grenze einen 90-Grad-Knick, hier gerade aus weiter, einem ausgetretenem Pfad durch einen Jungfichtenwald folgend nach Tschechien. Nach 400m, am Ende des Pfades erreicht man eine schmale Teerstraße, die links zum nahen Poledník (1315m) führt.

Der Poledník (deutsch Mittagsberg) ist ein 1315 m hoher Berg in Tschechien. Er liegt im Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern. Der Poledník befand sich seit der Errichtung des Eisernen Vorhangs im militärischen Sperrgebiet und gehörte zum Truppenübungsplatz Dobrá Voda. Zum Ende der 1960er Jahre errichtete die tschechoslowakische Armee auf dem Berg ein militärisches Objekt zur funktechnischen Aufklärung. Nach der Auflösung des Sperrgebietes kaufte die Nationalparkverwaltung Sumava im Jahr 1997 das Objekt, der Großteil der militärischen Anlagen auf dem Berg wurde abgerissen und es erfolgte die Umgestaltung des Turmes zu Aussichtszwecken. Der im Juli 1998 eröffnete Aussichtsturm hat eine Höhe von 37 Metern und ist nur in den Monaten Juni bis Oktober über 227 Stufen begehbar. Er bietet einen weiten Ausblick über den mittleren Böhmerwald und den Bayerischen Wald (Quelle Wikipedia). Infos und Öffnungszeiten unter www.npsumava.cz

Für den Rückweg nach Buchenau hat man 2 Möglichkeiten, entweder man folgt vom Mittagsberg der Teerstraße etwa 2km bergab, hier über den offiziellen Grenzübergang Hirschbachschwelle und dann den NP-Beschilderungen folgend Ri. Buchenau, Lindbergschachten oder man geht auf dem oben beschriebenen Pfad wieder zum Grenzstein 16 zurück, hält sich hier links, folgt nach 150m rechts einem ehemaligen Waldweg bergab, bis man zum o.g., markierten NP-Wanderweg kommt. Ab hier ebenfalls den Beschilderungen folgend, über den Unteren Gruftsteig und den Lindbergschachten zurück zum Ausgangspunkt in Buchenau (20km, 5-6 Std).

Tourenkarte Rundwanderung, GPS-Karte
GPS-Track (gpx)


Ausgeschilderter NP/Sumava Wanderweg von Buchenau zum Mittagsberg:

Von Buchenau führt auch ein ausgeschilderter NP-Wanderweg (Wanderlinie Pestwurz) über den Lindbergschachten und den Grenzübergang Hirschbachschwelle (Grenzstein 16/14) zum böhmischen Mittagsberg (Poledník). Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg, gestatteter Übertrittszeitraum ist auch hier der Zeitraum 15.07. bis 15.11. jeden Jahres.

NP/Sumava Wanderweg, GPS-Karte
Onlinekarte Wanderwege
GPS-Track (gpx)