Großer Rachel, Rachelsee – Die alten Steige der Seewand *

RachelseeGroßer Rachel und Rachelsee – Nationalpark Bayerischer Wald.

Der Rachelsee - Stahlstich von Bernhard Grueber aus dem Buch "Der Bayrische Wald" von 1846„Der Rachelsee breitet seinen tiefschwarzen melancholischen Wasserspiegel aus, umrandet von nie berührtem Urwalde. Tausende von abgestorbenen Bäumen starren mit dürren, gebleichten Ästen, gleich Gerippen von Riesenleibern am Ufer empor. Abertausende, von den Stürmen niedergeworfen, liegen mit halbem Stamme in den stygischen (schauerlichen) Fluthen begraben“.

So beschrieben die beiden Autoren Adalbert Müller und Bernhard Grueber in ihrem Reisebuch „Der Bayrische Wald“ aus dem Jahr 1846, den ihrer Ansicht nach schauerlichen Rachelsee. Im Jahre 1835 wurde hier ein Rachelseeschwellwerk zum Zwecke der Holztrift errichtet und der See um 1m aufgestaut, das war verm. der Grund für die im Buch beschriebenen abgestorbenen Bäume.


Historischer Bergbau am Großen Rachel

In Büchern von Thorward und Müller/Grueber wird auch von Bergbau am Großen Rachel (1453m) erzählt. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts hat man hier verschiedene Metallerze gesucht und auch abgebaut, jedoch mit geringem Erfolg. Aus diesem Grunde hat man diese Aktivitäten etwa zweihundert Jahre später wieder aufgegeben. Hierzu der Buchartikel „Der Abbau von Erz- und Quarzvorkommen im Bereich des Nationalparks Bayerischer Wald“ von 1981 Login

Felsloch/Abbaustelle Abbaustelle Stollenmundloch am Quersteig
Einige der im o.g. Buch beschriebenen Abbaustellen aus dieser Zeit sind auch heute noch zu finden. Eine Stelle befindet sich unterhalb eines der Vorgipfel des Großen Rachels (Stollenansatz) „… ein etwa 10m langer und bis zu 2,5m tiefer Graben führt in einem leichten Bogen zu einem Felsloch, hier schürften die Brüder Schweikl im Jahre 1761 nach Edelmetallerzen“.
Ebenso findet man am Seewand-Quersteig noch eine gut erkennbare Stelle (Stollenmundloch) in ca. 1208 m NN, ist ein großer Felsen, in dessen Fuß eine kleine Höhle, die von menschlicher Hand angelegt oder erweitert sein könnte“.


Das Zirbelkiefer-Naturdenkmal am Großen Rachel

Eines der ältesten Naturdenkmäler im Gebiet des Altlandkreises Grafenau ist der „Felsenkopf mit Zirbelkiefern“ am Großen Rachel. Auf der Kuppe dieses mächtigen Felsenkopfes stehen 12 Zirbelkiefern (Pinus Cembra). Es handelt es sich hier um eine ausgesprochene Rarität in einer Steilhanglage im Bereich des Hochfichtenwaldes am Großen Rachel.

Zirbelkiefern am Rachel Zirbelkiefern am Rachel Der mächtige Felsen
In Bayern kommt die Zirbe nur in den Berchtesgadener Alpen (Steinenes Meer, Reiteralpe) und im Werdenfelser Land vor. Das Vorkommen im Nationalpark Bayerischer Wald dürfte auf eine versuchsweise Saat Mitte des vorigen Jahrhunderts zurückzuführen sein. Auf jeden Fall stellt das Naturdenkmal im Rachelgebiet des Nationalparks Bayerischer Wald eine botanische Besonderheit dar. Hierzu ein Artikel aus „Schöner Bayerischer Wald“ von 1999 – Login


Die alten Steige im Urwaldgebiet zwischen Großer Rachel, Rachelsee und Felsensturz

"Früher führte der Hauptwanderweg vom Rachel nicht über die Kapelle zum See. Er zweigte in 1350m Höhe vom heutigen Weg rechts ab und ging steil in engen Serpentinen durch den Urwald hinunter zum Westufer des Sees. Die Spuren sind noch vorhanden. Aber das schönste in der Seewand ist wohl der Querweg, der sich als Verlängerung des Hochwalddistriktsteigs durch die ganze Wand bis zum Felssturz und noch weiter bis in die Rachelschachtenhäng hineinzieht. Wer diese Wege gegangen ist, der kennt die Rachelseewand und der weiß auch, daß es im Bayerischen Wald nichts Schöneres gibt"
(Zitat des Waldgehers Friedl Thorward aus seinem Buch "Auf einsamen Bergpfaden" von 1982)

Sicherungsseil Gefallene Riesen Das Felsentor am Rachel
Bis in die 70ger Jahre führte noch ein markierter Wanderweg vom Rachelgipfel (1453m), steil und in Serpentinen durch die Seewand zum Rachelsee (1070m) hinunter, in alten Wanderbüchern sind diese Wege noch zu finden. Heute ist eine Begehung dieser seit über 40 Jahren aufgelassenen Seewandsteige nicht einfach, sogar das GPS ist in diesen steilen Rachelsee- und Felsensturzhängen ungenau.

Detaillierte Wegbeschreibungen, Steigkarten und GPS-Tracks der Seewandsteige: Im Rachelseewandbereich kreuzen sich zwei Hauptsteige – Der schönste und wildeste ist …

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