Durch die Lechtaler Alpen – Adlerweg, Lechtaler Höhenweg

Durch die Lechtaler Alpen - Adlerweg, Lechtaler Höhenweg

Auf dem Adlerweg und dem Lechtaler Höhenweg quer durch die ursprüngliche und schroffe Gebirgslandschaft der Lechtaler Alpen.

Diese 6-Tages-Tour (Juli 2018) führte uns über viele steile, felsige Scharten, Joche und Gipfel der Lechtaler Berge, die meisten dieser Bergsteige liegen auf einer Höhe zwischen 2000m und 2600m und sind tlw. anspruchsvolle, schwarze Alpinsteige, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind deshalb unbedingt erforderlich!
Ausgangspunkt war Imst im Inntal, übernachtet wurde auf der Muttekopfhütte, der Hanauer Hütte, im Württemberger Haus, der Ansbacher Hütte und der Frederic-Simms Hütte, danach Abstieg nach Stockach im Lechtal. Die Steinseehütte und die Memminger Hütte waren willkommene Zwischenstationen für eine kleine Rast. Jeder von uns hatte während dieser Bergtour einen etwa 10Kg schweren Rucksack auf dem Rücken.

Tourdaten: 4 Tagesetappen und 2 Halbtagesetappen (Talauf- und Talabstieg) mit 5 Hüttenübernachtungen – Gesamtstrecke 60Km, Gesamtaufstieg 6500Hm, Gesamtabstieg 6400Hm

Höhenprofil – Gesamtstrecke
Übersichtskarte – Gesamtstrecke
GPS-Track – Gesamtstrecke

Danke an Alois, der diese Bergtour hervorragend geplant und organisiert hat, er hat u.a. die Berghütten reserviert, An- und Rückreise gebucht und die Streckenführung ausgearbeitet. 
Unser Wanderteam: Alois, Hermann, Bertl, Fons, Manuela und Pepe

Die einzelnen Tagesetappen

1. Tag – Anreise nach Imst im Inntal und Aufstieg zur Muttekopfhütte
Die Anreise erfolgte mit der Bahn von Passau über Linz nach Imst/Tirol im Inntal, danach stiegen wir noch etwa 2:30 Std. von Hochimst über die Untermarkter Alm zur Muttekopfhütte (1934m) auf.

Talaufstieg – 7,2Km, Aufstieg 950Hm, Gehzeit 2:30Std.
Höhenprofil
Etappenkarte
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2. Tag – Von der Muttekopfhütte zur Hanauer Hütte
Um 08:15 gingen wir los, zunächst auf grasigen Berghängen die immer steiler, schottriger und dann felsiger wurden. Unterhalb der Muttescharte kommt man in sehr steiles felsiges Gelände, hier sind Hilfsseile vorhanden, nach 1:45 Std. erreichten wir die 2630m hohe Muttescharte. Der Abstieg erfolgte tlw. etwas ausgesetzt über die Felsbänder der Kübelwände hinunter bis zur grasigen Fundoasalpe (2200m) und anschließend gleich wieder hoch zum Galtseitenjoch (2421m). Hier legten wir eine kurze Rast ein, einige machten hier noch einen Abstecher auf den Gipfel der Reichspitze (2590m, etwa 1Std.). Am Gallseitenjoch hatten wir auch schon einen Blick ins nächste Bergtal mit unserem Tagesziel, der Hanauer Hütte. Es folgte noch ein steiler Abstieg, nach insgesamt 7:30 Std erreichten wir die schön gelegene Hanauer Hütte (1922m).

Lechtaler-Höhenweg-Etappe – 9,1Km, Aufstieg 1310Hm, Abstieg 1330Hm, Gehzeit 6:30Std.
Höhenprofil
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3. Tag – Von der Hanauer Hütte zum Württemberger Haus
Der etwa 500Hm hohe Anstieg von der Hanauer Hütte (1922m) zur vorderen, westlichen Dremelscharte (2434m) erfolgte an diesem sonnigen Tag noch im Bergschatten der Schlenkerspitze. Nach dem steilen, seilgesicherten Aufstieg durch die felsige Scharte ging es ebenso steil in kleinen Kehren hinunter zum schön gelegenen Steinsee (2222m) und weiter zur Steinseehütte (2061m) wo wir eine Mittagspause einlegten. Bevor wir die Roßkarscharte (2400m), eine Schlüsselstelle dieser Etappe, erreichten mussten wir noch das Gufelgrasjoch (2382m) überqueren. Der westliche Aufstieg zur Roßkarscharte ist felsig und mit Seilen gesichert, etwas abenteuerlich war danach der steile, geröllige Abstieg. Dieser ist zu Beginn mit Stahlseilen abgesichert und über einen sehr steilen Geröllhang hangelt man sich etwa 30m an einem weiteren, losen Sicherungsseil zum Fuß der Steilstelle hinunter. Anschließend muß man noch das nicht weniger anspruchsvolle Gebäudjoch (2452m) überqueren bevor man das Etappenziel, das Württemberger Haus (2220m) erreicht.

Adlerweg-Etappe – 11Km, Aufstieg 1300Hm, Abstieg 1000Hm, Gehzeit 6:45Std.
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4. Tag – Vom Württemberger Haus über die Memminger zur Ansbacher Hütte
Diese vierte Etappe wurde unser anstrengendster Tag – die „überlaufene“ Memminger Hütte (E5, Alpenüberquerung) wurde als Übernachtungsmöglichkeit ausgeschlossen und wir gingen daher zwei Adlerweg-Etappen bis zur Ansbacher Hütte durch.
Zu Beginn wandert man ansteigend über Wiesenhänge und quert ein Schuttkar, anschließend steil durch eine felsdurchsetzte Grasflanke mit einer seilversicherten Stelle zu einem Grat hoch. Über den Grat erreicht man den Gipfel der Großbergspitze (2635m) mit ihrem einfachen Holzkreuz. Von der Großbergspitze führt die Route am felsigen Gratrücken weiter zum Großbergkopf (2612m). Nun auf einem schottrigen Steig recht abschüssig und ausgesetzt bergab, über einen langen Schutt- bzw. Geröllhang erreicht man schließlich den Fernwanderweg E5 etwas unterhalb der Seescharte. Nach der Überquerung der 2599m hohen Seescharte kommt man nach steilem Abstieg zur Memminger Hütte (2.242m).
An der Memminger machten wir eine kurze Pause und stiegen anschließend ca. 500Hm zum Passeierbach ab, überquerten diesen und begannen einen anstrengenden 900Hm Aufstieg durchs Langkar, zur 2632m hohen Griesslscharte. Kurz vor der Scharte, direkt bei den ersten Seilversicherungen überraschte uns noch ein schweres Gewitter. Nach dem Gewitter mussten wir noch übers Winterjöchl und die Kopfscharte bevor wir endlich die Ansbacher Hütte (2376m) erreichten.

Zwei Adlerweg-Etappen – 17Km, Aufstieg 1800Hm, Abstieg 1650Hm, Gehzeit 10Std.
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5. Tag – Von der Ansbacher Hütte zur Frederic-Simms Hütte
Wir gingen zunächst einem angenehmen Wanderweg folgend zum Flarschjoch, auf der anderen Seite ging es im steilen Geröll zu den Knappenböden hinab. An einer Wegkreuzung geht man geradeaus nach Westen, über eine Geröllflanke erreicht man schließlich einen immer steiler werdenden Hang, der uns zuletzt seilversichert hinauf zum 2596m hohen Stierlahnzugjoch führte. Auf der anderen Seite quert der Weg die Südwestseite der Feuerspitze nach Norden, zuletzt leicht absteigend zum Kälberlahnzugjoch (2560m).
Über viele kleine Serpentinen geht es nun etwa 500Hm immer einen sehr abschüssigen Geröllhang bergab, dieser war durch die steilen und schrägen Tritte unangenehm zu gehen. Auf einem, bei Nässe sehr rutschigen Bergwiesenhang erreicht man schließlich die schon von der Ferne sichtbare Frederic-Simms-Hütte (2004m).

Lechtaler-Höhenweg-Etappe – 8Km, Aufstieg 820Hm, Abstieg 1200Hm, Gehzeit 4:30Std.
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6. Tag – Abstieg nach Stockach im Lechtal und Heimreise
Nachdem sich das Wetter verschlechterte, verzichteten wir auf die letzte geplante Tagesetappe zum Kaiserjochhaus. Wir beschlossen von der Frederic-Simms-Hütte direkt nach Stockach abzusteigen und von da zurück nach Passau zu kommen. Der Abstieg führt zuerst steil, danach flacher werdend hinunter zur bewirtschafteten Sulzalm, von da wandert man auf Almwegen und durch beeindruckende Felstunnel zum Parkplatz (Bushaltestelle) bei Stockach im Lechtal. Hier reisten mit Bus (bis Reute 8,40€) und Bahn (ab Reute, Bayernticket p.P. 9,90€) relativ preiswert über München nach Passau zurück.

Talabstieg – 8Km, Abstieg 1100Hm, Gehzeit 2:15Std.
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