Die Rachelkare – Seekar, Alter See und das Nordkar „Stadt“

Der Große Rachel besitzt drei eiszeitliche Gletscherkare, das bekannte Rachelseekar, die dreistufige Kartreppe des „Alten-See-Gletschers“ und das Nordkar „Stadt“.

Als Kar bezeichnet man kesselförmige Eintiefungen an Berghängen unterhalb von Gipfel- und Kammlagen, die von sehr kurzen Gletschern (Kargletschern) ausgeschürft worden sind. Die Übertiefung, die nach Abschmelzen des Gletschers häufig mit dem Karsee gefüllt ist, sowie die Karschwelle sind charakteristisch für ein echtes Kar. Die Karschwelle fällt oft mit Endmoränen des Kargletschers zusammen.

Die bekannteste dieser drei Karbildungen ist das östlich des Rachelgipfels gelegene Rachelseekar (Rachelsee, 1071m), mit seiner 400m hohen gegen den Gipfel 25°, an einzelnen Stellen bis zu 45° geneigten Seewand. Der Rachelsee ist ein Karendmoränensee, er besteht aus zwei, unter dem Wasserspiegel liegenden Becken, die durch eine Felsbarriere, den Karriegel getrennt sind. Der Seegrund ist mit einer bis zu 6,5m mächtigen Schlammschicht bedeckt. Das nördliche Becken hat eine max. Wassertiefe von ca. 3m, das südliche Becken ist ca. 13m tief und wird durch eine steil abfallende Endmoräne abgedämmt.

Westlich vom Rachelsee, direkt unterhalb des Gipfels liegt ein zweites Gletscherkar welches von den ehem. Forstdistrikten „Seehäng“ und „Felsensturz“ umschlossen wird. Der „Alte-See-Gletscher“ bildete hier eine Kartreppe, die aus drei, heute vermoorten Karbecken besteht: Das untere Karbecken (1050m), der vermoorte Alte See (1090m) und die obere Karmulde (1250m) unterhalb der steilen Karwand „Seeblickhänge“ beim Waldschmidthaus.
Im Jahr 1835 wurde der Rachelsee zum Zwecke der Holztrift etwa 1m aufgestaut und gleichzeitig ein Triftkanal zw. Alter See und Rachelsee angelegt, der jedoch eine tlw. Trockenlegung des verlandeten Alten Sees nach sich zog. Der Triftkanal durchschneidet einen Felssporn, der zur Karschwelle des Alten Sees gehört.

Das dritte Kar des Großen Rachels befindet sich an seinem Nordhang im ehem. Forstbezirk „Wilder Riegel“, begrenzt durch die Nischenhänge von Großer Rachel, Kleiner Rachel und Hochruck. Dieses vermoorte Kar ist weniger bekannt und wird wegen des „häuserähnlichen Eindruckes der nackten Felsmassen der Gehänge“ auch „Stadt“ genannt (v. Poschinger).

Rachelkare
Das Gebiet um den zweithöchsten Bayerwaldberg, den Großen Rachel (1453m), ist im Gegensatz zum touristisch erschlossenen Großen Arber (1455m) einsamer, ursprünglicher und wilder! Die hier beschriebenen Rachelkare befinden sich …

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