Buchberger Leite – Felsschlucht der Wolfsteiner Ohe

Buchberger Leite - Hängebrücke bei Ringelai

Wanderung durch Wildbachklamm „Buchberger Leite“ im Naturpark Bayerischer Wald – 7,5km.

Die Buchberger Leite zwischen Ringelai und Freyung gehört zu den beeindruckendsten und mittlerweile auch zu einer der bekanntesten Schluchtlandschaften Bayerns, sie wurde 2003 mit dem Siegel „Bayerns schönste Geotope“ ausgezeichnet. Die Wolfsteiner Ohe hat sich hier durch die Gesteinsformation Pfahl bis zu 100 Meter tief in das dunkle Pfahlschiefergestein des Buchberger Nebenpfahls eingegraben.
Im oberen Drittel der Buchberger Leite vereinigen sich Reschbach und Saußbach zur Wolfsteiner Ohe.

Obwohl schon oft gegangen, ist diese Wanderung immer wieder etwas Besonderes. Der Wanderweg durch die Wildbachklamm ist 7,5km lang, er führt durch wilde urwaldartige Schluchten, über mehrere kleine Brücken, vorbei an alten Triftmauern und Kanälen, kleinen Wasserfällen, tiefen Bachgumpen und durch ein 20m langes Tunnel beim Carbidwerk in der Buchbergmühle.

Neben den biologischen, geologischen und historischen Besonderheiten dieser Flusslandschaft ist auch die technische Industrialisierung sehr interessant. Etwa um 1900 entstand zur Nutzung der Wasserkraft ein beeindruckendes System aus Stauwerken, Kanälen und unterirdischen Stollen.

Das Carbidwerk Freyung wurde 1903 von Anton und Alfred Wiede gegründet. Der Gegenstand der Unternehmung ist die Herstellung von Kalziumkarbid (bis 1974) und synthetischen Schmucksteinen (seit 1913), darunter künstliche Diamanten, die in den weltweiten Export gehen. Die Rohstoffe wurden bei 2000 Grad im Carbidofen geschmolzen. Dazu benötigte man große Mengen an Strom, den man aus Wasserkraft gewann. 
Im Mai 1899 begannen die Arbeiten für das Kraftwerk. Vier Jahre lang bauten 150 Männer einen 1200 Meter langen Tunnel von der oberen Buchberger Leite (Wehranlage Kanal/Stollen) bis zum Carbidwerk in der Buchbergmühle. Durch ihn fließt das Wasser und treibt über Fallrohre drei Turbinen mit einer Leistung von je 800 PS an. Um die elektrisch Leistung nochmals zu erhöhen trieben die Bergleute in der Buchbergmühle einen 68 Meter tiefen Schacht in den Boden. Dort hinunter stürzt das Wasser auf zwei Turbinen mit einer Leistung von je 1100 PS. Das Wasser wird durch einen 1100 Meter langen Stollen abgeleitet und fließt kurz vor Ringelai, in der Maklau wieder in die Wolfsteiner Ohe zurück.

Oberhalb des Carbidwerkes etwa bei der Hälfte der Wanderung, befinden sich die Überreste der Burg Neuenbuchberg. Am Standort der verfallenen Burg wurden einige Burgmauern symbolisch wieder errichtet.

Die Burg Neuenbuchberg wurde 1390 von Seifried von Buchberg neben der älteren buchbergischen Burg Wildenstein erbaut. Sie war bis zum Kauf durch das Hochstift Passau im Jahr 1592 Sitz der gleichnamigen Herrschaft und verfiel im 17. Jahrhundert. Von der ehemaligen länglich-ovalen Burganlage zeugen nur noch wenige Überreste der Ringmauer, Mauertrümmer im Inneren, Kellergewölbe und Gräben. Im 19. Jahrhundert wurden Waffen, Hufeisen und Pfeilspitzen ausgegraben, diese befinden sich heute in Landshut (Quelle Wikipedia)

Im unteren Drittel der Wanderstrecke, zwischen Buchbergmühle (Carbidwerk) und Ringelai überspannt eine Hängebrücke die Wolfsteiner Ohe, sie gilt als beliebtes Wahrzeichen der Buchberger Leite. Etwa 400m unterhalb dieser Brücke, kurz vor Ringelai, in der sog. Maklau fließt das Wasser aus dem E-Werkstollen wieder in die Wolfsteiner Ohe zurück.

Da die Busverbindungen zwischen Freyung und Ringelai „sehr bescheiden“ sind, hier Alternativen für den Rückweg :
Ein 2. Auto vorher am Zielpunkt parken und mit diesem zurückfahren.
Rückweg wie Hinweg zu Fuß (15km gesamt).
Taxi (örtliche Taxiunternehmen in Ringelai und in Freyung)

Schwierigkeit (Gelände, Orientierung)

Wanderflyer von www.nationalpark-ferienland-bayerischer-wald.de
Info-Broschüre (pdf)
Tourenkarte
Parkmöglichkeit in Freyung und Ringelai