Arberseewand – Auf dem alten Seewandsteig zum Arber

Großer Arber über ArberseewandsteigAuf dem Niederleuthner-Seewandsteig zum Großen Arber (1456m) und über den Geigenbach zurück zum Großen Arbersee – Rundwanderung auf tlw. alten, unbeschilderten Steigen.

Diese Rundtour führt durch die Arberseewand, der Seewandsteig gehörte früher zum Wanderwegenetz im Arbergebiet und war beschildert. Heute ist der Steig nicht mehr ausgeschildert und darf nur vom 1.7. bis 30.10 begangen werden. Das gleiche gilt auch für den Zustieg über den alten Steig 5a.

Der Steig durch die Arberseewand ist einer der schönsten und einsamsten Steige im Arbergebiet, er wurde 1908 von Sektionen des Bayerischen Waldvereins angelegt und früher auch Niederleuthner-Steig genannt - Anton Niederleuthner hat 1883 den Bayerischen Waldverein gegründet. Im Jahr 2015 wurde der Seewandsteig durch den Naturpark Bayerischer Wald für die Monate November bis Juni gesperrt, gleichzeitig wurden auch die Weg-Beschilderungen entfernt, eine Wegesicherung findet nicht mehr statt.

Seewandsteig Nr.5 (Niederleuthner-Steig, Hauptsteig)
Start dieser Tour ist am Arberseehaus (Großer Arbersee, 935m), hinter dem Seehaus überquert man eine kleine Brücke, hält sich dann links und folgt dem Weg 9 in Richtung Bodenmais. Man kreuzt als nächstes eine Forststraße, nach insgesamt ca. 700m, an der zweiten Forststraße zweigt man ohne Beschilderung rechts auf einen Querweg ab. Nach weiteren 150m macht dieser Weg eine Kehre, hier geht man geradeaus weiter, diese Stelle ist zugleich der Einstieg zum Steig durch die Arberseewand (Nr.5).

Seewandsteig Nr. 5a (Alternativer Zustieg, schwierigere Orientierung)
Ein weiterer Zustieg wäre der alte Steig 5a, man geht hier nach der kleinen Brücke am Arberseehaus rechts den Seeweg entlang. Nach etwa 500m fließt ein Bach den Hang herab, auf der linken Seite dieses Bachlaufes führt ein alter Steig nun steil, tlw. in Serpentinen bergwärts. Auf den Steig 5a trifft man erst ca. 30m oberhalb des Einstieg am Seewanderweg (GPS, weglos), er ist in manchen Abschnitten schlecht zu erkennen, man findet den Pfad aber immer relativ gut wieder. Manche der alten 5a Markierungen sind noch zu sehen. Auf diesem Pfad erreicht man nach ca. 500m den querenden Seewand-Hauptsteig (Nr.5).

"Abschüssig, morastig und felsig steil wird manchmal der Weg. Felsen mit langen Moosbärten, über die das Wasser trieft, dürre Urwaldriesen, wie Korkenzieher gewunden, rindenlos, vom Specht schon ausgehöhlt, greifen über uns ineinander. Bald schauen wir in die schwindelnde Tiefe, bald empor zum lichtdurchfluteten Blätterhimmel - und überall der betörende Geruch von feuchtem Humus, von Chlorophyll und Harz."
(Friedl Thorward in seinem Buch "Auf einsamen Bergpfaden" von 1982 über den Seewandsteig)

Weiter geht es nun auf dem Arberseewandsteig, dieser Bergpfad durch den Urwald der Seewand ist felsig, wild und einsam. Vereinzelt liegen entwurzelte bzw. abgebrochene Bäume über dem Steig was aber kein größeres Problem darstellt, dieser alte Bergsteig wird offiziell nicht mehr erhalten. Im unteren Teil des Steiges steht ein Marterl, es erinnert an den Absturz einer Junkers JU-52, am 4.12.1939, bei diesem Flugzeugunglück kamen vier Passagiere ums Leben.
Nach insgesamt 2km erreicht man den beschilderten Wanderweg „Großer Arber – Bodenmaiser Mulde – Mittagsplatzl“. Hat man diesen Wanderweg erreicht, besteht die Möglichkeit für einen Abstecher nach Süden zum Mittagsplatzl (1340m) – hin und zurück etwa 1,5km. Auf einer geraden Schneise nach Norden über die Bodenmaiser Mulde erreicht man schließlich den Großen Arber.

An der Arberbergstation führt südöstlich der Arberweg, ein beschilderter, steiniger Wanderweg, über den Stallriegel wieder zum Großen Arbersee hinunter. Der Wanderweg wechselt im unteren Teil auf eine Forststraße die zum Arbersee führt. Diese Sandstraße macht im weiteren Verlauf eine große Linkskehre, hier hat man die Möglichkeit auf unmarkierten Pfaden, immer den Fels-Kaskaden am Geigenbach (Geigenbachfälle) folgend, direkt zum Ostufer des Arbersees abzusteigen. Im unteren, flachen Bereich dieses Pfades liegt etwas Totholz, hier geht man die letzten 30m bis zum Seewanderweg auf der linken Seite der Totholzfläche entlang (GPS-Track). Am Arbersee angekommen führt der Seeweg zurück zum Ausgangspunkt am Arberseehaus.

Tourdaten: 9km, 600Hm (ohne Abstecher zum Mittagsplatz)

Alte Topografische Karte – Arber
GPS-Karte dieser Tour

GPS-Track (gpx)